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Ratgeber · Qualifikation

Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO

Beide Nachweise stehen im selben Paragrafen, meinen aber zwei Stufen. Welche Sie brauchen, entscheidet nicht der Objekttyp und nicht der Auftragswert, sondern die konkrete Tätigkeit der eingesetzten Kraft. Dieser Ratgeber ordnet die Tätigkeiten den Stufen zu – und zeigt, was eine falsch gesetzte Anforderung kostet.

  • Die Tätigkeit entscheidet, nicht die Objektart und nicht der Auftragswert
  • Unterrichtung nach § 34a GewO (IHK): Mindestvoraussetzung jeder Bewachungstätigkeit
  • Über 100 Sicherheitsmitarbeiter mit Unterrichtung nach § 34a GewO (IHK) und mehr als 25 Mitarbeiter mit bestandener Sachkundeprüfung nach § 34a GewO (IHK) bayernweit für uns im Einsatz
  • Alle Kräfte im Bewacherregister erfasst und behördlich zuverlässigkeitsgeprüft
Sicherheitsmitarbeiter auf einem Kontrollgang über ein Werksgelände

Kurz beantwortet

Die Tätigkeit entscheidet, nicht das Objekt

Maßgeblich ist, was die eingesetzte Kraft tut – nicht, wie groß das Objekt ist oder wie wichtig der Auftrag. Die Unterrichtung nach § 34a GewO (IHK) ist die Mindestvoraussetzung für jede Bewachungstätigkeit und trägt einen großen Teil der Aufgaben in Betrieben. Die Sachkundeprüfung ist für einen klar umrissenen Katalog von Tätigkeiten gesetzlich vorgeschrieben; außerhalb dieses Katalogs verlangt sie niemand.

Die Trennlinie verläuft dort, wo eine Kraft Menschen gegenübertritt, die sie nicht eingeladen hat: Publikum statt Belegschaft, öffentlicher Raum statt Betriebsgelände, Eingriff statt Beobachtung. Wer in einem Betriebsgebäude Besucher anmeldet, Ausweise ausgibt und das Tor bedient, bewegt sich in der ersten Gruppe. Wer den Einlass einer Diskothek regelt oder Ladendiebe anhält, in der zweiten.

Für die Beauftragung heißt das: Erst die Tätigkeit beschreiben, dann die Qualifikation daraus ableiten – nie umgekehrt. Wir sagen Ihnen nach einer kostenlosen Begehung, welche Stufe Ihr Einsatz tatsächlich verlangt; das schriftliche Angebot liegt binnen 24 Stunden vor. Erreichbar sind wir rund um die Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen.

Zwei Stufen

Was hinter den beiden Nachweisen steckt

Beide Nachweise stellt die IHK aus, beide gelten bundesweit und unbefristet. Der Unterschied liegt im Verfahren.

Unterrichtung nach § 34a GewO (IHK)
Mindestvoraussetzung für jede Bewachungstätigkeit. Vermittelt wird sie in einer mehrtägigen IHK-Unterrichtung zu Recht, Umgang mit Menschen, Unfallverhütung und Sicherheitstechnik; am Ende steht eine Bescheinigung, keine Prüfung. Sie genügt für Empfangs- und Pförtnerdienst in einem Betriebsgebäude, für Objektschutz und für Kontrollgänge auf dem eigenen Betriebsgelände.
Sachkundeprüfung nach § 34a GewO (IHK)
Höhere Stufe mit schriftlichem und mündlichem Teil vor der IHK. Geprüft wird anwendungsbereites Wissen – Notwehr und Notstand, Jedermannsrechte, vorläufige Festnahme, Datenschutz, Waffen- und Gewerberecht, Deeskalation. Wer sie bestanden hat, darf zusätzlich die Tätigkeiten des Pflichtkatalogs übernehmen.
Der Pflichtkatalog im Wortlaut
Vorgeschrieben ist die Sachkundeprüfung unter anderem für Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum oder in Hausrechtsbereichen mit tatsächlich öffentlichem Verkehr, für den Schutz vor Ladendieben, für Türdienste im Gastgewerbe sowie für die Leitung von Bewachungen in Aufnahmeeinrichtungen und bei zugangsgeschützten Großveranstaltungen. Ebenso für Gewerbetreibende und Leitungspersonal, soweit direkt mit Bewachungsaufgaben befasst.
Warum die Stufen so geschnitten sind
Der Katalog beschreibt Lagen, in denen eine Kraft mit unbeteiligten Dritten zu tun bekommt und in deren Rechte eingreifen kann – festhalten, den Zutritt verweigern. Dort muss sie die rechtlichen Grenzen sicher kennen. Wo sie ein Haus für dessen Nutzer offen und geordnet hält, ist das Konfliktrisiko geringer.

Zuordnung

Tätigkeit und erforderlicher Nachweis

Links die Tätigkeit, wie sie in einer Leistungsbeschreibung stünde. Rechts die Stufe, die sie auslöst, und der Grund.

TätigkeitErforderlichWarum
Pforte und Empfang im BetriebsgebäudeUnterrichtungGeschlossener Nutzerkreis, kein Publikumsverkehr
Kontrollgang auf dem eigenen BetriebsgeländeUnterrichtungHausrecht ohne tatsächlich öffentlichen Verkehr
Streife durch eine frei zugängliche PassageSachkundeprüfungHausrechtsbereich mit öffentlichem Verkehr
Kaufhausdetektiv, Schutz vor LadendiebenSachkundeprüfungEingriff gegenüber Kunden, Jedermannsrechte
Türdienst vor Gaststätte oder DiskothekSachkundeprüfungEinlassentscheidung gegenüber Publikum
Leitung der Bewachung einer AufnahmeeinrichtungSachkundeprüfungLeitungsfunktion im Pflichtkatalog
Gewerbetreibender, Betriebs- und EinsatzleitungSachkundeprüfungDirekte Befassung mit Bewachungsaufgaben

Unterrichtung

Wofür die Unterrichtung genügt – und zwar vollständig

Das ist der Bereich, in dem die meisten Unternehmen einkaufen. Er ist größer, als viele Ausschreibungen vermuten lassen.

Kartenleser am Eingang eines Betriebsgebäudes

Pförtner- und Empfangsdienst im Betriebsgebäude

Besucher anmelden, Ausweise ausgeben und ausbuchen, Wachbuch führen, Avisierungen abgleichen, Schranke bedienen, Telefonzentrale und Paketannahme. Der Personenkreis ist angemeldet oder gehört zum Haus – der Dienst ordnet Abläufe, statt Konflikte mit Unbeteiligten auszutragen. Siehe Pförtnerdienst.

Objektschutz an einem geschlossenen Objekt

Präsenz zur betriebsfreien Zeit, Runden durch Gebäude und Freiflächen, Prüfung von Türen und Toren, Meldung von Auffälligkeiten, Einweisen von Feuerwehr und Polizei. Dokumentiert wird per NFC oder QR je Kontrollpunkt; der Bericht geht am Folgetag per E-Mail heraus, mit Fotos bei Vorkommnissen.

Kontrollgänge auf dem eigenen Betriebsgelände

Ein umzäuntes oder erkennbar abgegrenztes Werksgelände ist kein öffentlicher Verkehrsraum. Wer dort geht, trifft Beschäftigte, angemeldete Fremdfirmen und Anlieferungen – einen geschlossenen Kreis. Erst wenn Teile des Geländes faktisch jedem offenstehen, ändert sich die Bewertung.

Werkschutz in der Betriebsorganisation

Schichtübergabe an Ihr Personal, Verbindung zu Haustechnik, Fachkraft für Arbeitssicherheit und Brandschutzbeauftragtem, Mitwirkung an Betriebs- und Alarmanweisungen. Diese Aufgaben verlangen Einarbeitung und Verlässlichkeit, aber keine höhere Prüfungsstufe. Näheres steht auf der Seite zum Werkschutz.

Sachkunde

Wo die Sachkundeprüfung wirklich verlangt wird

Diese Tätigkeiten haben eines gemeinsam: Die Kraft trifft auf Menschen, die weder eingeladen noch angemeldet sind.

Öffentlicher Verkehrsraum

Wege, Plätze und Straßen, auf denen jeder unterwegs sein darf. Wer dort Streife geht, hat kein Hausrecht im Rücken und begegnet Passanten, die mit dem Auftraggeber nichts zu tun haben. Die Rechtslage im Einzelfall selbst beurteilen zu können, ist hier Teil der Arbeit.

Hausrechtsbereiche mit tatsächlich öffentlichem Verkehr

Einkaufspassagen, Bahnhofshallen, Tiefgaragen, Vorplätze: rechtlich privat, praktisch für jeden offen. Weil es auf den tatsächlichen Verkehr ankommt und nicht auf den Grundbucheintrag, wird diese Gruppe in Ausschreibungen am häufigsten falsch eingeordnet – in beide Richtungen.

Schutz vor Ladendieben

Beobachten, ansprechen, festhalten, die Polizei hinzuziehen – gegenüber Kunden, die von der Beobachtung zunächst nichts wissen. Fehler bei Jedermannsrechten, Verdachtsschwelle und Durchsuchung führen unmittelbar zu Ansprüchen gegen den Händler.

Türdienste im Gastgewerbe

Einlass, Hausverbote und Abweisungen gegenüber Gästen, oft spätabends und nicht immer nüchtern. Die Entscheidung fällt in Sekunden und unter Beobachtung. Auch wer nur die Schlange ordnet, steht faktisch in dieser Rolle, sobald er jemanden nicht hineinlässt.

Leitungsfunktionen und Gewerbetreibende

Die Leitung von Bewachungen in Aufnahmeeinrichtungen und bei zugangsgeschützten Großveranstaltungen fällt unter die Pflicht, ebenso Gewerbetreibende und Leitungspersonal, soweit direkt mit Bewachungsaufgaben befasst. Wer Einsätze plant und Weisungen gibt, muss die Grenzen kennen, die für seine Kräfte gelten.

Register

Bewacherregister und behördliche Zuverlässigkeitsprüfung

Die Qualifikation ist nur die eine Bedingung. Ohne Eintragung und positive Zuverlässigkeitsprüfung darf niemand eingesetzt werden – auch nicht mit bestandener Sachkundeprüfung.

Arbeitsplatz in einer Sicherheitsleitstelle mit Monitoren
  • Was das Bewacherregister ist. Ein bundesweites elektronisches Verzeichnis der Bewachungsunternehmen und ihres Wachpersonals. Jede Kraft erhält eine Identifikationsnummer; Qualifikationsnachweis, Unternehmenszuordnung und der Stand der Zuverlässigkeitsprüfung sind dort hinterlegt und für die Behörden einsehbar.
  • Eintragung vor dem ersten Dienst. Das Unternehmen meldet die Person an, bevor sie eingesetzt wird; die Behörde veranlasst die Prüfung. Erst danach darf die Kraft tätig werden. Alle unsere Mitarbeiter sind im Bewacherregister erfasst und behördlich zuverlässigkeitsgeprüft.
  • Was die Zuverlässigkeitsprüfung umfasst. Die Behörde zieht Auskünfte aus dem Bundeszentralregister und dem Gewerbezentralregister heran und beteiligt die Verfassungsschutzbehörde. Geprüft wird, ob Tatsachen gegen die Zuverlässigkeit sprechen – der Nachweis ist damit deutlich mehr als ein Führungszeugnis, das der Bewerber selbst vorlegt.
  • Was Sie als Auftraggeber prüfen können. Lassen Sie sich die Bewacherregister-Identifikationsnummern der eingesetzten Kräfte nennen und mit der Einsatzplanung abgleichen. Das ist die belastbarste Kontrolle, die Ihnen offensteht – aussagekräftiger als eine pauschale Zusicherung im Angebotstext.

Ausschreibung

Die teuerste Zeile in einer Leistungsbeschreibung

„Alle eingesetzten Kräfte mit Sachkundeprüfung nach § 34a GewO“ – dieser Satz steht in vielen Ausschreibungen für Pforten- und Empfangsdienste. Er wirkt gründlich und kostet Geld, ohne dass am Objekt irgendetwas sicherer wird.

  • Woher der Preisaufschlag kommt. Geprüfte Kräfte sind knapper und teurer als unterrichtete, und für eine dauerhaft besetzte Pforte wird keine Person gebraucht, sondern eine Schichtgruppe samt Vertretung. Die Anforderung wirkt auf jede Stunde des Vertrags.
  • Was Sie dafür nicht bekommen. Die Prüfungsinhalte betreffen Eingriffslagen: Festnahme, Notwehr, Durchsuchung, Waffenrecht. An einer Werkpforte kommen sie praktisch nicht vor. Was dort zählt – Ortskenntnis, saubere Dokumentation, Ruhe am Telefon – prüft keine der beiden Stufen ab.
  • Der eigentliche Engpass ist die Besetzung. Eine zu eng gefasste Qualifikationsanforderung verkleinert den Kreis einsetzbarer Kräfte. Fällt jemand aus, rückt niemand nach, und der Posten wird mit wechselnden Gesichtern gefüllt. Für die Sicherheit am Objekt ist das der schlechtere Tausch.
  • Besser formulieren statt höher fordern. Beschreiben Sie die Tätigkeit genau, fordern Sie die Unterrichtung als Mindeststufe und verlangen Sie die Sachkunde dort, wo der Katalog sie vorsieht. Sinnvolle Zusatzforderungen sind konkret: Einweisung am Objekt, benannte Vertretung, Sprachniveau, Ersthelfer, Brandschutzhelfer.
  • Wo die höhere Stufe trotzdem Sinn ergibt. Für die Einsatzleitung, für Objekte mit angeschlossenem Publikumsbereich und überall dort, wo Kräfte zwischen Betriebsgelände und offen zugänglichen Flächen wechseln. Dann gehört die Anforderung aber an diese Rolle oder diesen Bereich – nicht pauschal in den Vertrag.

Praxis

Woran die Einordnung im Alltag scheitert

Vier Fehler kommen immer wieder vor – drei davon in der Ausschreibung, einer im laufenden Betrieb.

  • Die Objektart wird zum Maßstab gemacht. „Klinik“ oder „Chemiewerk“ klingt anspruchsvoll und wird mit der höheren Stufe gleichgesetzt. Maßgeblich bleibt die Tätigkeit: Ein Empfangstresen im Verwaltungstrakt bleibt ein Empfangstresen, auch wenn nebenan eine Produktionsanlage läuft.
  • Der Publikumsbereich wird übersehen. Umgekehrt derselbe Fehler: Gehören eine frei zugängliche Vorhalle, ein Parkdeck oder eine Ladenzeile zum Objekt, liegt dort ein Hausrechtsbereich mit tatsächlich öffentlichem Verkehr – mit Folgen für die Qualifikation der Kräfte, die diese Flächen begehen.
  • Der Auftrag wächst, die Einordnung bleibt. Aus der Nachtrunde auf dem Gelände wird die Mitbetreuung des öffentlichen Parkplatzes, aus dem Empfang der Einlass bei der Hausmesse. Solche Erweiterungen laufen über Zuruf. Sinnvoll ist, die Qualifikationsfrage bei jeder Änderung des Leistungsumfangs neu zu stellen.
  • Der Nachweis wird nie geprüft. Bescheinigungen liegen in der Personalakte des Dienstleisters, nicht beim Auftraggeber. Ohne Abgleich mit der Einsatzplanung weiß niemand, ob am Samstagabend die Person mit der passenden Qualifikation Dienst hatte.

Umsetzung

Wie wir die Einordnung bei einem Auftrag handhaben

Wir setzen die Stufe nicht nach Gefühl, sondern nach der Tätigkeitsbeschreibung, die in der Dienstanweisung steht.

  • Erst die Tätigkeit, dann die Besetzung. Bei der kostenlosen Begehung gehen wir Runden und Posten mit Ihnen ab und halten fest, welche Flächen tatsächlich öffentlich zugänglich sind. Daraus ergibt sich, welche Stufe der Einsatz verlangt – und wo eine höhere Forderung nur den Preis erhöht.
  • Dienstanweisung und Einweisung. Je Objekt gibt es eine schriftliche, mit Ihnen abgestimmte Dienstanweisung; jede eingeteilte Kraft wird vor dem ersten Dienst am Objekt eingewiesen. Vertretung bei Krankheit und Urlaub ist fest eingeplant.
  • Unser Personalstand. Über 100 Sicherheitsmitarbeiter mit Unterrichtung nach § 34a GewO (IHK) und mehr als 25 Mitarbeiter mit bestandener Sachkundeprüfung nach § 34a GewO (IHK) bayernweit für uns im Einsatz. Inhaber Michael Hundsberger befindet sich in der Ausbildung zum Geprüften Meister für Schutz und Sicherheit.
  • Register, Haftpflicht, Erreichbarkeit. Alle Kräfte sind im Bewacherregister erfasst und behördlich zuverlässigkeitsgeprüft. Die Bewachungshaftpflicht läuft über die Allianz mit 3 Mio. € je Schadenfall. Telefonisch erreichbar sind wir rund um die Uhr.
  • Wo wir einsetzen. Aus der Zentrale Höslwang, der Niederlassung Traunstein und der Geschäftsstelle München heraus bayernweit. Welche Orte wir regelmäßig betreuen, zeigt die Übersicht der Einsatzgebiete.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu § 34a GewO

Reicht die Unterrichtung für unseren Pförtnerdienst aus?
In einem Betriebsgebäude ja. Die Unterrichtung nach § 34a GewO (IHK) deckt Empfangs- und Pförtnerdienst im Betriebsgebäude, Objektschutz und Kontrollgänge auf dem eigenen Betriebsgelände vollständig ab. Anders liegt der Fall, wenn zum Posten auch Flächen gehören, die faktisch jedem offenstehen – eine frei zugängliche Vorhalle, ein öffentliches Parkdeck oder eine Ladenzeile.
Was unterscheidet Unterrichtung und Sachkundeprüfung?
Das Verfahren und die Reichweite. Die Unterrichtung ist eine mehrtägige IHK-Veranstaltung zu Recht, Umgang mit Menschen, Unfallverhütung und Sicherheitstechnik, die mit einer Bescheinigung endet. Die Sachkundeprüfung ist eine Prüfung mit schriftlichem und mündlichem Teil vor der IHK. Sie ist die Voraussetzung für einen gesetzlich festgelegten Katalog von Tätigkeiten.
Für welche Tätigkeiten ist die Sachkundeprüfung vorgeschrieben?
Unter anderem für Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum oder in Hausrechtsbereichen mit tatsächlich öffentlichem Verkehr, für den Schutz vor Ladendieben, für Türdienste im Gastgewerbe sowie für die Leitung von Bewachungen in Aufnahmeeinrichtungen und bei zugangsgeschützten Großveranstaltungen. Hinzu kommen Gewerbetreibende und Leitungspersonal, soweit sie direkt mit Bewachungsaufgaben befasst sind.
Warum ist ein Kontrollgang auf dem Werksgelände anders zu bewerten als auf der Straße?
Weil es auf den tatsächlichen Verkehr ankommt. Ein umzäuntes Werksgelände betreten Beschäftigte, angemeldete Fremdfirmen und Anlieferungen – ein geschlossener Kreis unter Ihrem Hausrecht. Im öffentlichen Verkehrsraum begegnet die Kraft Passanten ohne jede Beziehung zum Auftraggeber. Entscheidend ist nicht der Grundbucheintrag, sondern ob die Fläche praktisch jedem offensteht.
Was ist das Bewacherregister?
Ein bundesweites elektronisches Verzeichnis der Bewachungsunternehmen und ihres Wachpersonals. Jede Kraft bekommt eine Identifikationsnummer; hinterlegt sind Qualifikationsnachweis, Unternehmenszuordnung und der Stand der Zuverlässigkeitsprüfung. Die Eintragung erfolgt vor dem ersten Einsatz. Alle unsere Mitarbeiter sind im Bewacherregister erfasst und behördlich zuverlässigkeitsgeprüft.
Was prüft die behördliche Zuverlässigkeitsprüfung?
Ob Tatsachen gegen die Zuverlässigkeit der Person sprechen. Die zuständige Behörde zieht dafür Auskünfte aus dem Bundeszentralregister und dem Gewerbezentralregister heran und beteiligt die Verfassungsschutzbehörde. Das geht deutlich über ein Führungszeugnis hinaus, das der Bewerber selbst beibringt. Ohne positives Ergebnis darf eine Kraft nicht eingesetzt werden.
Sollen wir die Sachkundeprüfung vorsichtshalber ausschreiben?
Nur dort, wo der Katalog sie verlangt. Eine pauschale Forderung verteuert jede Vertragsstunde, verkleinert den Kreis einsetzbarer Kräfte und erschwert damit die Vertretung – ohne dass am Objekt etwas sicherer wird, weil die Prüfungsinhalte Eingriffslagen betreffen, die an einer Werkpforte nicht vorkommen. Besser sind konkrete Zusatzforderungen wie Einweisung, Vertretung oder Ersthelfer.
Brauchen Führungskräfte und der Unternehmer selbst die Sachkunde?
Ja, soweit sie direkt mit Bewachungsaufgaben befasst sind. Der Pflichtkatalog erfasst Gewerbetreibende und Leitungspersonal ausdrücklich. Der Grund ist praktisch: Wer Einsätze plant, Dienstanweisungen schreibt und Weisungen erteilt, muss die rechtlichen Grenzen kennen, die für die eingesetzten Kräfte gelten – sonst entstehen Fehler bereits in der Planung.

Nächster Schritt

Einordnung vor der Ausschreibung

Zeigen Sie uns bei einer kostenlosen Begehung die Posten und Runden oder schicken Sie uns Ihre Leistungsbeschreibung. Wir sagen Ihnen, welche Stufe der Einsatz verlangt; das Angebot liegt binnen 24 Stunden vor.

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